Chronik

Um 1850 kamen vereinzelt die ersten Sebright nach Deutschland. 75 Jahre später am 23. Oktober 1926 anlässlich der Deutschen Junggeflügelschau in Hannover, wurde der Deutsche Sebright-Club von 24 Personen gegründet. Baumeister Hermann Passow (Hamburg-Bergedorf) wurde 1. Vorsitzender. Innerhalb von 2 Jahren wurde eine Musterbeschreibung auf der Grundlage der aus England überlieferten Richtlinien erstellt und die ersten Sonderschauen in Leipzig und Hamburg abgehalten.

2016 feiert der Deutsche Sebright-Club somit sein 90. Gründungsjubiläum. Genauso wie heute, war das damalige Ziel, den Standard und die Vitalität der Sebright aufrecht zu erhalten, möglichst viele Zuchtfreunde für die Sebright-Zucht zu gewinnen, eine einheitliche Bewertung anzustreben und den Neuzüchtern bei der nicht immer leichten Aufzucht behilflich zu sein!

Der erste Jahresbericht erschien am 27.10.1928 und beschrieb zunächst die Vorstandsarbeit. Später folgten auch Informationen zur Zucht der Sebright. 1944 versendete der Vorsitzende Passow zum vorerst letzten Mal ein Rundschreiben an die Sebrightzüchter und bat alle Freunde der Sebrights, sich auch in der schweren Zeit des 2. Weltkrieges (1939-1945) ein Stämmchen feinster Tiere zu bewahren in der Hoffnung, der schreckliche Krieg möge bald enden. In den Wirren des 2. Weltkrieges gingen fast alle Zuchten unter.

Da aus der Zeit zwischen 1944 und Juni 1955 keine konkreten Rundschreiben existieren und Deutschland sich im Wiederaufbau befand, können aus dieser Zeit keine weiteren Angaben gemacht werden. Es sollen zwei Zuchten den Krieg überdauert haben einmal im Osten und einmal im Westen.

Bei der JHV 1954 auf der Junggeflügelschau in Hannover waren 14 Mitglieder anwesend und auf der Schau 96 Sebrights ausgestellt. 1955 erfolgte dann das erste Rundschreiben nach dem Krieg.

Durch die Teilung Deutschlands wurde auch der Club zweigeteilt. Am 19.08.1956 fand in der Gaststätte „Sankt Peter“ in Eisenach die Gründungsversammlung der „SZG Sebright der DDR“ statt.  Alfred Hasert aus Eisenach wurde  Obmann der Sonderzuchtgemeinschaft (SZG) Sebright bis 1971. 1959 wurde A.-H. Köhn neuer Vorsitzender des Sondervereins der BRD.

1963 verstarb A.-H. Köhn, übergangsweise übernahm Adolf Fischer (Düren) die Leitung. Bei der JHV 1964 wählte man  Wilhelm Esch aus Düsseldorf zum Vorsitzenden. Bei der JHV 1967 wurde Artur Redecker aus Spenge Nachfolger für den wegen Krankheit nicht mehr kandidierenden Wilhelm Esch. Günter Leithold (Thonhausen) folgte 1971 Alfred Hasert als Obmann der SZG in der DDR.

Auf der 1. Sebright-HSS 1972 in Spenge-Wellenbrück bewertete erstmals mit Chris Parker aus Blackburn ein englischer Preisrichter die deutschen Sebrights.

1976 zum 50 jährigen Jubiläum lud der 1. Vors. Artur Redecker zur „1. Deutschen Sebright-Schau“ nach Spenge ein. Mit 634 gemeldeten Tieren ein einmaliges Ergebnis.

98 jährig verstarb 1977 der Gründer des Clubs Hermann Passow (Hamburg). 

1983 wurde  Kurt Tappe aus Bünde zwischenzeitlich Nachfolger von Artur Redecker. Im gleichen Jahr wurde Heinz Schütz aus Dessau-Mosigkau Obmann der SZG. 1986 nach 3 Jahren verzichtete K. Tappe, Artur Redecker wurde wieder Vorsitzender. Zum 60. Geburtstag des Club 1986 konnte Werner Schäfer die erste Sebrightbroschüre vorstellen.

1990 bei der JHV in Büdingen wurde die Zusammenführung beider Sebright-Clubs einstimmig vollzogen. Im gleichen Jahr fand die „1. Gesamtdeutsche Sebright-Hauptsonderschau" - bei Artur Redecker in Spenge mit 400 Einzeltieren statt. Der neue Sebright-Standard wurde im Sommer 1990 vom BZA anerkannt, veröffentlicht und ist dadurch richtungsweisend.

Auf der JHV 1991 wurde ein gesamtdeutscher Vorstand gewählt: 1. Vorsitzender A. Redecker, Stellvertreter Heinz Schütz, Kassierer Günther Wolf, Schriftführer Dieter Arndt, Zuchtwart Werner Schäfer, Öffentlichkeitsarbeit Otto Schäfer und als kommissarischer Jugendobmann Gottfried Eggebrecht. Werner Schäfer hatte sich bereit erklärt 2x jährlich ein Rundschreiben zu verschicken.

Zum 70. Geburtstag des Clubs wurde von Werner Schäfer ein neues Sebrightbuch herausgebracht.

1998 nach 27 Jahren als Vorsitzender stellte sich Artur Redecker nicht mehr zur Wahl. Neuer erster Mann im Club war nun Josef Rehage aus Rietberg. Das alte Musterbild von 1950 wurde durch ein neues Musterbild  von Max Holdenried (bekannter Tierzeichner seiner Zeit) ersetzt.

2001 fand die Hauptsonderschau „75 Jahre Deutscher Sebright-Club“ in Alsbach-Hähnlein/Bergstrasse statt. Im gleichen Jahr bei der 84. Nationalen in Frankfurt am Main präsentierte sich der Club mit seinen beiden Farbenschlägen in einer Stammschau.

2013 wurde Hilmar Rösemann zum 1. Vorsitzenden des DSC gewählt und löste somit Josef Rehage nach 15 Jahren treuer Vorstandsarbeit ab. Josef Rehage wurde neben Artur Redecker auf Grund seiner Verdienste zum 2. Ehrenvorsitzenden des Clubs ernannt.

2015 schickte Werner Schäfer zum letzten Mal die von Ihm gestalteten Clubnachrichten an alle Clubmitglieder. Nach 25 Jahren mühsamer Kleinstarbeit hat er den Staffelstab in jüngere Hände und an das neue Vorstandsmitglied Daniel Herrmann übergeben. 2016 erschien dann das Jubiläumsheft im neuen Design.

Leider verstarb am 9. Juni 2016 kurz nach seinem 95. Geburtstag unser Ehrenvorsitzender Artur Redecker. Er war das einzige Clubmitglied, welches älter als der Club selbst war! Jedoch werden wir seiner ehrend gedenken und in seinem Sinne die Arbeit des Deutschen Sebright-Club auch nach dem 90. Jubiläum fortsetzen und hoffen, dass sich noch viele Generationen an der Zucht der Sebright erfreuen.

Dem Club gehören zur Zeit 130 Mitglieder an, davon kommen 4 aus den Nachbarländern Dänemark, Frankreich, England und Holland. Wir freuen uns, dass sich derzeitig 9 aktive Jungzüchter in unseren Reihen befinden und zunehmend auch junge Familien an der Sebrightzucht interessiert sind.

 

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